Fachweiterbildung für die Pflege in der Onkologie


Die Pflege und Begleitung von krebskranken Patienten und deren Angehörigen, stellt professionell Pflegende vor eine besondere Herausforderung. Immer mehr Menschen erkranken und sterben an Krebs. Demgegenüber steht eine stetige Weiterentwicklung in der Medizin mit verbesserten Therapiemöglich-keiten und veränderten Neben-wirkungen. Hinzu kommen kranken-hausökonomische, demographische, familiale Veränderungen, sowie die Verlagerung der Behandlung vom stationären in den poststationären Bereich. Fast täglich verändert sich das Arbeitsfeld der Pflege. Um die an Krebs erkrankten Menschen und ihre Bezugspersonen professionell und individuell in den verschiedenen Krankheitsphasen begleiten zu können, benötigen Pflegende eine spezielle fachliche Qualifikation.
Die Fachweiterbildung Onkologie wurde so konzipiert, dass sie unter bestimmten Voraussetzungen mit einem Bachelor Studiengang an der Steinbeis Hochschule Berlin, Transferinstitut in Essen, kombiniert werden kann.


Ziele der Weiterbildung

Der Fachweiterbildungslehrgang bei der DGGP ermöglicht professionell Pflegenden eine Spezialisierung im Fachbereich Onkologie. Die Teilnehmer erlangen in dieser Weiterbildung nicht nur die speziellen und anspruchsvollen fachpraktischen Fähigkeiten, sondern erweitern auch wesentlich ihre kommunikativen, sozialen und pädagogischen Kompetenzen.

 

Die Fachweiterbildung soll die Teilnehmer dazu befähigen,

  • die vielfältigen, komplexen und individuellen Bedürfnisse der an Krebs erkrankten Menschen wahrzunehmen,
  • Betroffene und ihre Angehörigen im Prozess der Krankheitsbewältigung professionell zu begleiten,
  • sich als fachkompetente Mitarbeiter in einem multiprofessionellen Team einzubringen,
  • wissenschaftlich fundiertes Wissen in der Pflege umzusetzen,
  • neu gewonnene Erkenntnisse zur nachhaltigen Sicherstellung der Pflegequalität weiter zu geben.

Struktur der Weiterbildung

Grundlage des Curriculums der DGGP ist die Weiterbildungs- und Prüfungsverordnung der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) von September 2011 und ein modularisierter Lehrplan nach dem Bolognaprozess. Die berufsbegleitende Fachweiterbildung dauert zwei Jahre und umfasst insgesamt 720 theoretische und mindestens 1800 praktische Stunden.


Zugangsvoraussetzungen

Abgeschlossene Berufsausbildung als

  • Gesundheits- und Krankenpfleger
  • Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger
  • Altenpfleger

Gliederung der praktischen Weiterbildung

Die praktische Weiterbildung erfolgt in unterschiedlichen klinischen Bereichen und nach Möglichkeit in der Klinik, in der die Teilnehmer beschäftigt sind. Sie kann von den Teilnehmern und den Stationsleitern selbst geplant werden. Das heißt, wir geben keinen Rotationsplan vor, sondern erwarten von den Teilnehmern – innerhalb der zwei Jahre – den Nachweis der obligatorischen und fakultativen Stunden.

 

Obligatorisch

mindestens 1800 Stunden, die sich wie folgt gliedern: 

  • 600 Stunden in einer konservativ, internistischen Abteilung
  • 300 Stunden in einer chirurgischen Abteilung
  • 300 Stunden in einer radiologischen Abteilung einschl. der Strahlenambulanz

 

Wahlweise

400 Stunden, welche mindestens in zwei oder mehreren Bereichen der folgenden Abteilungen aufgeteilt sein sollten:

  • Hospiz, Urologie, Gynäkologie/Brustzentrum, Neurologie, Kieferchirurgie, HNO, Knochentransplantationseinheit, onkologische Ambulanz oder in einer Rehabilitationsklinik

 

Fakultativ

mindestens 200 Stunden in Krankenhäusern und Praxen, Rehabilitations-Einrichtungen o.ä. mit dem Angebot von alternativen Heilmethoden für onkologisch erkrankte Menschen. 

 

Gliederung der theoretischen Weiterbildung

Der theoretische Unterricht ist in Präsenz- (510 Stunden) und Selbstlernphasen (210 Stunden) unterteilt. Die Präsenzphasen finden bei der DGGP in Essen statt. Im ersten Weiterbildungsjahr lassen sich die Präsenzzeiten wie folgt darstellen:

  • Insgesamt 300 Unterrichtsstunden, innerhalb von zehn Modulen à drei Tage, in der Zeit von 9 – 17 Uhr
  • Pro Monat ein Modul, Ausnahme: August und Dezember, dort findet kein Unterricht statt
  • Keine Blockwochen!

 

Die Präsenzzeiten im zweiten Weiterbildungsjahr gliedern sich folgendermaßen:

  • Insgesamt 210 Unterrichtsstunden, innerhalb von zehn Modulen und zehn Monaten
  • Ein Modul à drei Tage, neun Module à zwei Tage, in der Zeit von 9 – 17 Uhr
  • Pro Monat ein Modul, Ausnahme: August und Dezember, dort findet kein Unterricht statt
  • Keine Blockwochen!

 

Die Selbstlernphasen (210 Stunden) beinhalten die Bearbeitung von Studienbriefen und das Erstellen der schriftlichen Abschlussarbeit.


Inhalte der theoretischen Weiterbildung in den Präsenzphasen

Medizinischer Bereich

  • Onkologie (Strahlen- und Chemotherapie)
  • Chirurgie
  • Urologie
  • Neurochirurgie
  • Gynäkologie
  • Hämatologie

Spezielle onkologische Pflege

  • Radiatio und Chemotherapie
  • Ernährung: Parenterale/enterale Ernährung, Übelkeit und Erbrechen, Portversorgung, Berechnung der Kalorienzufuhr
  • Körperbildveränderungen
  • Wund- und Stomaversorgung
  • Lymphdrainage
  • Schmerztherapie etc.
  • Poststationäre Versorgung, Entlassungsmanagement
  • Schulung und Beratung von pflegenden Angehörigen
  • Netzwerkarbeit im stationären und poststationären Bereich
  • Rehabilitation
  • Hospizversorgung
  • Berufs- und Arbeitsrechtliche Grundlagen

Psychoonkologische Pflege

  • Kommunikations- und Beratungsgrundlagen
  • Prozesse im Rahmen der Krankheitsbewältigung: Hoffnungslosigkeit, Angst, Trauer, Entscheidungskonflikte (z.B. vor einer Therapie), Machtlosigkeit, Verzweiflung
  • Sterbebegleitung: Prozess des Sterbens (Sterbephasen etc.), Umgang mit dem Sterben, Begleitung der Angehörigen, Symptombehandlung, Trauer, Bestattung
  • Hilfestellung und Bewältigungsstrategien für alle Beteiligten: Reflektion des eigenen pflegerischen Handelns, Supervision, Burn-out-Symptomatik, Balintgruppen
  • Seelsorgerische Versorgung: Aspekte seelsorgerischer Begleitung, Religiöse Handlungen und ihre Bedeutung, Religiöse Bedürfnisse von Patienten in Bezug auf interkulturelle Aspekte, Kooperation zwischen Seelsorge und Pflege

Lernnachweise erfolgen über:

  • Bearbeitung der Lehrbriefe und Einsendeaufgaben
  • Klausuren
  • Exkursionsberichte
  • Gruppenarbeiten
  • Präsentationen
  • Hausarbeiten
  • Praxisberichte
  • Referate
  • Praxisübungen
  • Praxisreflektion

Abschlussprüfung

Die Abschlussprüfung besteht aus einem schriftlichen Teil in Form einer Hausarbeit auf den Grundlagen des wissenschaftlichen Arbeitens, einer mündlichen und einer praxisrelevanten Prüfung.


Weiterbildungsabschluss

Der erfolgreiche Abschluss berechtigt die Teilnehmer zur Führung folgender Berufsbezeichnung:

  • Fachgesundheits- und Krankenpfleger für Onkologie bzw.
  • Fachgesundheits- und Kinderkrankenpfleger für Onkologie bzw.
  • Fachaltenpfleger für Onkologie
  • Enthaltene Zusatzqualifikationen: „Palliative Care“ und für die weiblichen Teilnehmerinnen zusätzlich „Breast Care Nurse“

Lehrgangsleitung

Prof. Dr. rer. medic Herbert Hockauf

Dipl. Pflegepädagoge und -wissenschaftler

 

Silke Kloppenburg

B.A. Pädagogin im Gesundheitswesen, Fachkrankenschwester für die Pflege in der Onkologie, Breast Care Nurse, Dozentin im Gesundheitswesen


Weitere Dozenten

Psychoonkologischer Bereich

 

Wolfgang Jansen

M.A. Gerontologe, Psychoonkologe, Dipl. Pflegepädagoge und -wissen-schaflter

 

Meinolf Remmert

Dipl. Sozialpädagoge, Theologe, Psychoonkologe, Systemischer Therapeut, Supervisor, Dozent im Gesundheitswesen

 

Medizinische Dozenten

  • Chefärzte aus dem umliegenden Bereich
  • Fachärzte aus dem umliegenden Bereich

Lehrgangsort

DGGP Essen


Kosten pro Teilnehmer

4800 € inkl. Prüfungsgebühren


Termine Kurs 2016

Modul 1 24. - 26. November 2016
Modul 2  12. - 14. Januar 2017
Modul 3  16. - 18. Februar 2017
Modul 4  16. - 18. März 2017
Modul 5  18. - 20. Mai 2017
Modul 6  29. Juni - 01. Juli 2017
Modul 7  31. August - 02. September 2017
Modul 8  21. - 23. September 2017
Modul 9  12. - 13. Oktober 2017
Modul 10 23. - 25. November 2017
Modul 11 11. - 13. Januar 2018
Modul 12 09. - 10. Februar 2018
Modul 13 23. - 24. März 2018
Modul 14 20. - 21. April 2018
Modul 15 25. - 26. Mai 2018
Modul 16 15. - 16. Juni 2018
Modul 17 13. - 14. Juli 2018
Modul 18 21. - 22. September 2018
Modul 19 12. - 13. Oktober 2018

Termine Kurs 2017

Modul 1 02. - 04. November 2017
Modul 2  11. - 13. Januar 2018
Modul 3  15. - 17. Februar 2018
Modul 4  15. - 17. März 2018
Modul 5  26. - 28. April 2018
Modul 6  14. - 16. Juni 2018
Modul 7  30. August - 01. September 2018
Modul 8  13. - 15. September 2018
Modul 9  11. - 12. Oktober 2018
Modul 10 29. November - 01. Dezember 2018
Modul 11 10. - 12. Januar 2019
Modul 12 15. - 16. Februar 2019
Modul 13 22. - 23. März 2019
Modul 14 12. - 13. April 2019
Modul 15 17. - 18. Mai 2019
Modul 16 28. - 29. Juni 2019
Modul 17 12. - 13. Juli 2019
Modul 18 06. - 07. September 2019
Modul 19 24. - 25. Oktober 2019

Kosten der Weiterbildung

Die Kosten der Weiterbildung betragen insgesamt 4950 € – einschließlich der Qualifikation zum Pflegeexperten „Palliative Care“ und für die weiblichen Teilnehmer die Qualifikation zur „Breast Care Nurse“. Die beiden Bildungsangebote „Palliative Care“ und „Breast Care Nurse“ können auch einzeln gebucht werden.


Weitere Informationen

Für weitere Informationen kontaktieren Sie uns telefonisch unter:

 

02824/93 99 505 oder 0201/64 93 87 0

 

oder per Mail unter: walda@dggp-online.de


Anmeldung

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Sie können die Anmeldung auch online durchführen. Hierfür benötigen wir anschließend ihren tabellarischen Lebenslauf sowie jeweils eine Kopie ihres Berufszeugnisses und der Berufserlaubnisurkunde. Diese können Sie entweder postalisch an unseren Hauptsitz in Kalkar oder per e-Mail an walda@dggp-online.de senden.


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